Augmented Reality als innovatives Marketingtool

1Dass Augmented Reality mehr ist als ein Hype für eine kleine Gruppe von technikbegeisterten Nerds beweist nicht nur das in jüngster Zeit viel diskutierte „Projekt Glass“ von Google. Jeden Tag finden sich Pressemitteilungen und Berichte zu Augmented Reality, mit der neue, spektakuläre Möglichkeiten für die Vermarktung von Produkten kreiiert werden. Die Erwartungen an das kreative und damit verbundene ökonomische Potential wird von der Werbeindustrie positiv eingeschätzt; für das Jahr 2014 wird ein weltweites Marktvolumen von 732 Millionen US-Dollar prognostiziert.2

Was ist eigentlich Augmented Reality?

Unter Augmented Reality, kurz AR, versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung.3 Im Gegensatz zur virtuellen Realität, bei der der Benutzer komplett in eine virtuelle Welt eintaucht, steht bei Augmented Reality die Darstellung zusätzlicher Informationen im Vordergrund. Die technischen Herausforderungen liegen somit vor allem in der Positionsbestimmung und Darstellung von Bildern und Animationen in Echtzeit.4

Technische Vorraussetzungen von Augmented Reality

Um Augmented Reality zu nutzen, wird eine Kamera, die den Gegenstand bzw. die Umgebung aufnimmt sowie ein Bildschirm, der das Bild für den Benutzer liefert, benötigt. Mit einer Tracking-Software oder einem GPS-Empfänger5 wird die Position des Benutzers erkannt und mit einer Anwendungssoftware verknüpft, die dann ein entsprechend hinterlegtes Programm ausführt.6

Augmented Reality in der praktischen Anwendung

Die Anwendungen von Augmented Reality unterschieden sich im Prinzip nur im Grad ihrer Mobilität und Komplexität, das darunter liegende Augmented-Reality-System bleibt das gleiche. Webbasierte Anwendungen von Augmented Reality bieten komplexe Möglichkeiten für den stationären PC oder Laptop mit Kamera und Internetzugang. Als Markierungen kommen gedruckte Marker, ähnlich der bekannten QR-Codes, aber auch Bilder, Visitenkarten, Flyer, eine Produktverpackung sogar der Benutzer selbst in Frage.7 Der Kleiderversandhandel Otto nutzt Augmented Reality und verbindet diese geschickt mit dem Social Web. Mit einer neuen Facebook-App können Kleider virtuell anprobiert werden, was die Auswahl erleichtert und die Hemmschwelle des Online-Bestellens senkt.8

9Kaufentscheidungen im Handel sind stark von dem Produkterlebnis getrieben, das der potentielle Käufer am POS hat. Daher kommen Stationäre AR-Anwendungen v.a. am Point of Sale oder auf Messen zum Einsatz. Indem die Verpackung oder ein anderer Marker vor einen Bildschirm gehalten werden, erfährt der Kunde Einsatzmöglichkeiten und Funktionen des Produkts in 3D. Das Produkt wird somit plastisch am POS erlebbar wie die Firma LEGO zeigt.10

11Da bereits moderne Smartphones die benötigten Komponenten für Augmented Reality besitzen, sind sie für die mobilen AR-Anwendungen von besonderem Interesse. Benötigt wird ein Smartphone mit Kamera, einer entsprechenden App oder einem AR-Browser und GPS. Besonders Printmedien wie Anzeigen- und Plakatwerbung setzen große Hoffnungen auf die neue AR-Technologie, da mit ihrer Hilfe ein Zugang in die Welt des mobilen Web geschaffen wird – WOW-Effekt garantiert. Der Autohersteller Volkswagen entwickelte für seine Marke Audi neben einem AR-Autokalender mit virtuellen Autos, auch eine AR-Plakat-App, hinter der sich ein Video des neuen Modells und, dank GPS, auch der Weg zum nächsten Autohändler verbargen. Ergebnis: gut 12000 Interessenten griffen auf die App zu und 837 kamen zu einer Probefahrt.1213

Fazit

Momentan steckt Augmented Reality als Technologie und Marketing-Tool noch in den Kinderschuhen. Dennoch beweist die täglich wachsende Zahl von AR-Anwendungen und Einsatzmöglichkeiten das Potential von Augmented Reality als wirkungsvolles Instrument für eine überraschende und unverwechselbare Produktvermarktung. Die mit AR-Technik verbundene Interaktivität, macht das Produkt nicht nur multisensorisch erlebbar, sondern wirkt sich positiv auf den Erinnerungswert und die Kaufwahrscheinlichkeit der Marke aus. Inwieweit technische Barrieren, relativ hohe Investitionskosten und der mit zunehmender Verbreitung abnehmende WOW-Effekt einer alltagstauglichen Einsatzfähigkeit  von Augmented Reality im Massenmarkt entgegen stehen, bleibt abzuwarten.

von Grit Steckmann, 30.08.2012

  1. Beitragsbild: https://plus.google.com/photos/111626127367496192147/albums/5846974740645068001, © Google  
  2. http://www.marketing-boerse.de/Fachartikel/details/Mobile-Augmented-Reality-%96-Hype-oder-nachhaltiges-Marketinginstrument, Zugriff 16.07.12.  
  3. http://www.spiegel.de/thema/augmented_reality/, Zugriff 16.07.12.  
  4. http://de.wikipedia.org/wiki/Erweiterte_Realität, Zugriff 17.07.12.  
  5. http://vertriebspartnerreport.de/2010/04/augmented-reality-in-marketing-und-vertrieb/, Zugriff 18.07.12.  
  6. http://www.blvi.de/portfolio/augmented-reality/, Zugriff 18.07.12.  
  7. ebenda  
  8. http://www.horizont.net/aktuell/digital/pages/protected/Virtuelle-Anprobe-Otto-launcht-Augmented-Reality-App-auf-Facebook_104387.html, Zugriff 17.07.12.  
  9. Videonachweis: http://www.youtube.com/watch?v=f5erBFyaKJk; Zugriff: 18.07.12.  
  10. http://www.blvi.de/portfolio/augmented-reality/, Zugriff 18.07.12.  
  11. Videonachweis: http://www.youtube.com/watch?v=PGu0N3eL2D0&feature=player_embedded; Zugriff: 18.07.12.  
  12. W&V, Marketing, Media, Kommunikation 2012 Nr. 19, S. 86.  
  13. Videonachweis: http://www.youtube.com/watch?v=RhPl9NLO4bk&feature=player_embeddedluden; Zugriff: 18.07.12.